Celle. Dixie, Blues und New-Orleans-Vibes zum Schwofen und Mitwippen – mit dieser speziellen Gute-Laune-Mischung lockt die Oldtime-Session jedes Mal Jazzbegeisterte in Celles Kultur-Café Kunst & Bühne. Auch diesmal waren Musiker und Zuhörer der Einladung der Neuen Jazzinitiative Celle (NJIC) gefolgt und sprengen fast das Fassungsvermögen – sowohl auf der kleinen Bühne als auch im „Parkett“.
Es war ein generationsübergreifendes Unternehmen. Hier trafen sich Schüler, ehemalige Schüler, selbst zum Lehrer gewordene und natürlich die alten erfahrenen Hasen der Szene aus dem Raum Celle und drüber hinaus. Mit drei Formationen am Start wurde die Jazz-Party zu einem respektablen Konzert – bevor es hieß, „die Bühne ist freigegeben“.
Den Anfang machten die Allertal-Stompers – fast eine Art musikalisches Klassentreffen – als Schulband 2000 am KAV gegründet, 2015 aufgelöst und nun ein vorübergehendes Comeback, und wie! Der Einstieg schon mitreißend, schwungvoll und vielversprechend.
Nicht alle verließen ihren Platz,
als die „Rudimentos“ ablösten. Beeindruckend der Sänger „Frederik“ und ein wunderbarer zähflüssiger Blues. Mit der Savannah Jazzband kamen weitere Maching-Rhythmen, schrubbelige Banjoparts, vorantreibender Swing, melancholisch verpackter Liebeskummer … die Wundertüte Oldtime-Jazz und ihre Interpreten hatten allesamt so einiges
zu bieten und begeisterte das Publikum in stürmischen Wellen. Das ein oder andere Solo ließ sogar ein Anklang von Weihnachtssong erraten … dieses Heraustreten und Loslegen – das kecke, spontane Loslassen und einfach mal intuitiv Freispielen ist es, was Jazz so beflügelt und die Menschen begeistert.
Die humorvoll-trockenen Anmoderationen von Eckhardt Ditting (Trompete) sorgten zusätzlich für Amüsement. Und nicht nur mit der Ode an New Orleans und die Bourbon Street bewiesen er und seine Mitstreiter, dass sie alle auch singen können. Ein kleines wehmütiges Memorandum an verstorbene Bandmitglieder und Freunde mit „New-Orleans-Funktion“ – und dann ging
wieder die Post ab. So, dass (auch in der Session) die Bitte an die Mitstreiter zu hören war „aber nicht so schnell“. Mit viel sichtbarem und hörbarem Spaß an der Sache ging die traditionelle Abschlussveranstaltung der NJIC in diesem Jahr zu Ende – bei vielen mit der Vorfreude auf ein nächstes Mal.
Bericht: Cellesche Zeitung vom 16.12.2025
