Celle. Begeisterte Gäste, volles Haus, ausgelassene Stimmung und Jazzmusik vom Feinsten – „Kunst und Bühne“ in Celle machte seinem Namen am Donnerstagabend mal wieder alle Ehre und präsentierte musikalische Kunst auf höchstem Niveau. Dafür sorgte die Jazz-Formation „Trinity“ um ihren charismatischen Band-Leader Andreas Hellkvist.
Angereist aus Schweden, hatten sie nicht nur ausgesucht schöne Jazz-Stücke mit im Gepäck, sondern auch ein ganz besonderes Musikinstrument, das man auf diesem Niveau eher selten antrifft. Die Hammond-Orgel von Andreas Hellkvist bildete das musikalische Fundament dieses Abends und sorgte für ein wunderbares Déjà-vu an Zeiten in verrauchten Jazzkellern mit gut gefüllten Rotweingläsern auf den Tischen. Geraucht wird mittlerweile draußen, was der ganz besonderen Atmosphäre keinen Abbruch tut.
Seit 21 Jahren ist das Trio nun zusammen und die legendäre Hammond-B3-Orgel gibt ihm sein unverwechselbares Gesicht. Erfunden vom US-Amerikaner Laurens Hammond, erhielt sie ihre Feuertaufe 1935 in der New Yorker St. Patrick’s Cathedral und etablierte sich schnell als kostengünstige Alternative zu den großen Kirchenorgeln. Die Jazz-Formation hat in ihren Anfangsjahren ebenfalls häufig in Kirchen gespielt, was letztlich auch zu ihrem Namen führte.
Bei der Vorstellung der Band wurde von Andreas Hellkvist dann auch humorvoll der Bezug zur christlichen Dreifaltigkeit hergestellt: Am Schlagzeug der Bandgründer als „Vater“ und Taktgeber Jojo Djeridi, der Jüngste der Truppe Karl Olandersson als „Sohn“ und musikalisches Sprachrohr an der Trompete und als immer präsenter Vermittler zwischen den Klangwelten der „Geist“ Andreas Hellkvist an der Orgel.
Fünf Alben hat die Band mittlerweile eingespielt und in Kunst und Bühne präsentierten sie ein kleines „Best-of“, bestehend aus Evergreens und eher seltenen kleinen Juwelen der Jazzmusik, aber auch die Eigenkompositionen kamen nicht zu kurz. Man merkt den Musikern deutlich ihre intensive Beziehung zu ihren Instrumenten und ihre Liebe zu den gespielten Stücken an. So sprang der Funke dann auch schnell über zum Publikum, welches sich mit kontinuierlichem, herzlichem Applaus revanchierte.
Den Auftakt machte Johnny Greens „Out of Nowhere“, ein Klassiker der Jazzmusik und 1931 Bing Crosbys erster Hit und Beginn seiner großen Karriere. Die Musiker hatten auch zwei Stücke aus ihrem Heimatland mitgebracht, von Interpreten, die in Schweden echten Kultstatus besitzen. „Some Other Time“ erinnerte an Monica Zetterlund (1937–2005) und „With Eyes So Sensitive To Green“ an Barbro Hörberg (1932–1976). Beide waren in Schweden sehr beliebte Sängerinnen und Schauspielerinnen. Hellkvist wies darauf hin, dass die Schweden eine besondere Vorliebe für melancholische Lieder haben, eine Neigung, welche das Publikum vor Ort an diesem Abend absolut teilte.
Ein echter Jazz-Superhit machte dann vor der Pause schon Lust auf mehr: Die Interpretation von Duke Ellingtons „Caravan“ veranlasste einen Gast und Jazzkenner zu der Äußerung: „Die schönste Version von Caravan, die ich bisher gehört habe.“ Andreas Hellkvists Ankündigung „Nach der Pause legen wir noch einen drauf“ wurde eingehalten und klangvolle Namen tauchten auf, wie Django Reinhardt und Hoagy Carmichael, Komponist des Klassikers „Georgia On My Mind“.
Das Trio verabschiedete sich mit Burt Bacharachs „This Guy’s In Love With You“ und hinterließ ein rundum zufriedenes Publikum.
