Celle. Ein Abend voller Überraschungen, diese Jazz Session am Freitag in Kunst und Bühne. Die Förderung von Nachwuchsmusikern ist das erklärte Ziel des Veranstalters, der Neuen Jazz Initiative Celle, dessen Vorsitzender Ralf Aring sowohl das Publikum als auch die „festen Größen“, Dima Mondello und Band, zu Beginn begrüßte. Die vier Profimusiker Laszlo Gulyas (Klavier), Julian Nicolaus (Schlagzeug), Stephan Werner (Bass) sowie Dima Mondello (Saxofon) eröffneten die Session mit Klassikern des Jazz und der Gelegenheit zu vielen einzelnen Soli, sehr zur Freude des Publikums.
„Doch“, so Mondello, „wir wollen den nachfolgenden Musikern nicht alles wegnehmen.“ Und schon war die Bühne frei für „Tuba Tim“ (Gerhard Seifert), ebenfalls eine feste Größe dieser Sessions, sowie Sängerin Birgit Kuhns. Sie trugen ein Stück des französischen Chansonniers Serge Gainsbourg vor, gefolgt von einem spanischen Liebeslied – beide Stücke in der jeweiligen Landessprache vorgetragen und hervorragend von den vier Profimusikern begleitet.
Und dann begannen die Überraschungen des Abends, sowohl für das Publikum als auch für die Interpreten. Beiläufig erwähnt, man sei einmal Mitglied in einer Band gewesen oder man könne singen, setzte Mondello seine ganze Überredungskunst ein und hatte für die Session spontan zwei neue Talente hinzugewonnen. Joshua Simon aus Winsen war geprägt von der Heavy-Metal-Musik, die er in seinem Elternhaus hörte, und so interpretierte er das Lied „Diamant“ der Gruppe Rammstein aus dem Jahr 2019. „Entweder wird’s was oder ich bin der beste Freund der Tür“, witzelte er zu Beginn. Doch das war nicht der Fall. Eine coole Vorstellung und einmal ganz andere Töne in dieser Session.
Lea Mergell, das zweite Talent, ließ es dann wieder etwas ruhiger angehen und sang „Lullaby of Birdland“. Spontan und ebenso spontan begleitet von den vier Profis waren beide „Newcomer“ ein Genuss, genauso wie die drei nachfolgenden Musiker, die noch über keinen Bandnamen verfügen. Mika Buchhop am Klavier, Mia Kaufhold am Schlagzeug und Viktoria Wenzel an der E-Gitarre und an der Geige. Sie präsentierten „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock und setzten diesem Jazzstandard aus dem Jahre 1964 einen ganz eigenen Stempel auf. Ein stürmischer Applaus am Ende ihres Auftritts und ein Strahlen in ihren Gesichtern waren das Ergebnis.
Eine Session, wie sie sein sollte, mit Profis und Newcomern, die, wie die drei Letztgenannten, ihren ersten öffentlichen Auftritt in Kunst und Bühne absolvierten. Da freut man sich auf das nächste spontane, gemeinsame Musizieren.
Am 13. November gibt es die nächste Session mit sicherlich wieder vielen Überraschungen. Wer nicht nur im Publikum sitzen möchte, kann jederzeit gerne mit den Profis oder auch ganz alleine die Bühne erobern.
Bericht: Cellesche Zeitung vom 14. September 2026
